In der Nacht erwache ich immer wieder und beschäftige mich in Gedanken mit der morgigen Etappe.
Diese führt uns durch die Valles Calchaquies von Cachi nach Salta, etwa 150 km kurvige, teilweise nicht asphaltierte Strasse, welche bis auf 3'457 Meter führt und schliesslich auf gut 1'200 Metern in Salta endet. Bereits bei teilweiser Bewölkung liegt in der Höhe sofort dicker Nebel und es kann auch unerwartet schneien. Also bin ich mehr als beruhigt, als es am Morgen bis in die hohen Anden wolkenlos ist. Welches Glück!!
Bei mehreren Stopps können wir die Hochebene beim Ojo de Condor, den kleinen Markt auf der Passhöhe Piedra del Molino und die vielen Aussichtspunkte auf die ungewöhnliche Strasse durch das langgezogene Tal extrem geniessen und mit anderen Reisenden teilen. Den bisher nie getroffenen Condor sehen wir hier tatsächlich, jedoch leider in weiter Entfernung. Wir geniessen diese Fahrt in vollen Zügen und bei prachtvollem Wetter.
Glücklich kommen wir in Salta an und verbringen zwei Nächte auf dem stadteigenen Campingplatz, versehen mit einem riesigen Freibad. Der Pool, etwa 1'000 m2 gross, ist nur saisonal (Januar/Februar) gefüllt, lässt aber erahnen, wieviele Badende ihre Freizeit hier verbringen.
Die Stadt Salta mit etwa 640'000 Einwohnern ist eine Provinzhauptstadt im bergigen Nordwesten von Argentinien und ist bekannt für ihre spanische Kolonialarchitektur und ihre andine Tradition. Hier wimmelt es von Touristen, welche mehrheitlich mit Bussen von hier aus Touren buchen. Auch wir mischen uns unter das Volk, lassen uns eine Tabla andina schmecken, eine Platte mit einer Auswahl von Anden-Spezialitäten. Jedes einzelne Gericht schmeckt uns ausgezeichnet!
Nach zwei Tagen Salta fahren wir einige Kilometer weiter nördlich aufs Land, wo eine deutsche Familie seit vielen Jahren beheimatet ist und einen Campingplatz mit Familienanschluss betreibt. Leider hat letzte Nacht, nach mehreren Wochen beinahe wolkenlosem Wetter, Regenschauer eingesetzt. Bereits morgen soll es wieder abtrocknen, sodass wir dann auch noch hier etwas Weitsicht erhaschen können.
Mehrere andere Reisende sind auch auf dem Platz und so entsteht am Abend eine gemütliche Runde. Mit Belén und Luis verabreden wir uns für nächstes Jahr in der Schweiz. Eine überaus nette Begegnung. Wir freuen uns auf euren Besuch bei uns!
Aus geplanten vier Tagen werden es insgesamt nun sechs Tage bei "Neumanns Place". Jeden Tag einen Spaziergang in eine andere Richtung und nette Begegnungen verschönern unseren Aufenthalt hier.
An Pfingsten richtet Frank ein typisch argentinisches Asado zu, wo wir uns gerne bei der Zubereitung beteiligen. Als zusätzlicher Gast kommt Werner dazu, der ehemalige Deutsche Konsul von Salta, ehemaliger Hotelbesitzer und guter Freund des Hauses Neumann. Wir verbringen einen wunderbaren Abend mit einmaligem Essen und interessanten Gesprächen.
Einen Tag später gehen wir mit Frank in San Lorenzo frühstücken und treffen da auf Klaus (Österreichischer Konsul in Salta) und Max (Grossgrundbesitzer, in Buenas Aires geboren, mit deutschem Vater), auch eine sehr interessante Begegnung. Später, nach einem kurzen Telefonat, wechselt Frank für uns Geld durch das Gartentor (600 USD = 852'000 Argentinische Pesos) zu einem besseren Kurs als unser Währungsrechner zeigt :-)
Spaziergänge mit den Hunden, ein Mittagessen in Campo Quijano bei Franks Patentochter und eine Fahrt in die Quebrada del Toro-Schlucht zum Viadukt, wo früher der Tren de las Nuves (Zug zu den Wolken) verkehrt ist, gehören zu unserem Tagesablauf. Mit Franks Landrover, 28-jährig, mit über 500'000 gefahrenen Kilometern, geniessen wir die Fahrt als richtiges Abenteuer. Auf der Rückfahrt kaufen wir einige Delikatessen ein und besuchen Werner, der in einem höher gelegenen Club sein Anwesen hat.
Bei dieser Gelegenheit erfahren wir, dass Ñoqui (Gnocchi) nicht nur ein sehr traditionelles argentinisches Nationalgericht ist, das aus Kartoffeln, Mehl und Ei zubereitet wird, sondern noch eine Geschichte dahintersteckt...
Landesweit ist das Gericht vor allem für die Tradition der „Ñoquis del 29“ bekannt. Am 29. jeden Monats (so ist der Februar auch dabei) essen Familien und Freunde gemeinsam Gnocchi und legen dabei Geldstücke unter den Teller, um sich für den kommenden Monat Wohlstand und Glück zu sichern. Der Brauch geht auf italienische Einwanderer zurück.
Weil das traditionelle Gnocchi-Essen am 29. so tief in der argentinischen Kultur verwurzelt ist, hat sich in der Umgangssprache (Politik und Verwaltung) das Wort „Ñoqui“ als Spitzname für Personen eingebürgert, die bei der Regierung angestellt sind, aber nur am Monatsende auftauchen, um ihr Gehalt abzuholen, ohne wirkliche Arbeit zu verrichten.
Wir haben uns bestätigen lassen, dass es heute noch so ist :-) Und wieder geht ein gemütlicher, interessanter Tag/Abend zu Ende.
Den letzten Abend bei Neumanns geniessen wir wieder am Familientisch wo noch andere Reisende dazu stossen. Wir unterhalten uns prächtig und schwärmen davon, bei einer nächsten Gelegenheit wieder hier zu sein.
Gegen Mittag verlassen wir San Lorenzo und machen uns auf den Weg nach Purmamarca. Die Strecke führt meist durch unberührte grüne Natur, mehrheitlich Wald. Die Ruta 9 ist eine sehr kurvenreiche, schmale Strasse.
Hier in Purmamarca, einem kleinen, indigen geprägten Dorf mit gut 2'000 Einwohnern, auf einer Höhe von 2'200 Metern, ist es deutlich wärmer als in Salta. Gerne schlendern wir noch durch den Handwerkermarkt im Centro, bevor wir uns Nachtessen kochen.
Im Dorf treffen wir Lucia und Wolfgang wieder, welche wir bei Frank einen Tag vorher kennengelernt haben. Wir verabreden uns für den morgendlichen Rundweg beim Paseo de los Colorados mit Blick auf den Cerro de los Siete Colores.
Bei schönstem Wetter mit angenehm warmem Wind geniessen wir zu viert den Rundweg. Während André wieder einen Hockeymatch verfolgt, stöbern Lucia und ich durch die Marktstände, finden noch das eine oder andere Souvenir und lassen es uns bei einem Apéro an der Sonne gut gehen. Einen total schönen Tag erleben wir hier in sehr sympathischer Gesellschaft von Lucia und Wolfgang. Danke euch! Wir sehen uns...
Unser Ziel ist heute Humahuaca. Auf der Strecke, dem Rio Grande entlang, halten wir am Mittag in Tilcara, einem kleinen, hübschen Ort, der für viele Reisende als Ausgangspunkt in die Puna gilt. Humahuaca liegt auf gut 3'000 m und bis zum Sonnenuntergang kurz nach 18.00 Uhr heizt die Sonne mit etwa 25°. Wir geniessen! Die Nacht ist sternenklar und entsprechend kalt. Der Boden und das Wasser nebenan ist sogar gefroren. Aber kaum scheint die Sonne, wärmt es sofort wieder auf.
Nach dem Halbfinalmatch Schweiz-Norwegen (6:0) fahren wir sofort los zum Mirador Hornocal 14 Colores. Die Strasse dahin ist staubig, kurvenreich und sehr holprig. Ein absolutes Naturwunder erwartet uns auf 4'350 m. Wir bewundern die gegenüberliegenden, farbigen Berge über einem grün-blau schimmernden Taleinschnitt. Hier stehen zu können ergreift uns echt und wir fühlen tiefe Ehrfurcht vor der Natur. Wir gestehen hier und jetzt auch unsere Liebe zu Nord-Argentinien.
Heute Sonntag ist ganz dem Finalspiel der Eishockey-WM gewidmet. An der angenehm warmen Sonne planen wir unsere Weiterreise und André fiebert dem Match entgegen :-)
Leider, leider, leider, ist die Schweiz nicht Weltmeister. Ein paar Mal leer schlucken und dann erfreuen wir uns am Silbertitel der Schweizer-Eishockey-Mannschaft :-)
Gegen Mittag verlassen wir den schönen Ort Humahuaca und fahren zurück nach Purmamarca, erledigen nochmals eine Maschine Wäsche und besuchen anschliessend ein letztes Mal das nette Dorf.
Wir stehen so früh auf, dass wir sogar den Wecker richten müssen ;-) und fahren los, bevor die Sonne über die Berge kommt. Ein wolkenloser Tag begrüsst uns und wir sind bereit für die Fahrt über den Paso de Jama, wo wir wieder in Chile einreisen werden.
Die Strasse führt uns auf einer Strecke von 37 km über viele Serpentinen knapp 2'000 Meter hinauf zu den Salinas Grandes, wo wir mitten durch den Salzsee fahren. In den Salinen wird eine riesige Menge Salz gewonnen. Das Dorf Susques ist unser nächstes Ziel, wo wir ein letztes Mal tanken können, bevor wir zum Grenzübertritt kommen.
Der Paso de Jama liegt auf 4'200 m Höhe, wo wir innerhalb einer Stunde in einem grossen Gebäude an vier aufeinanderfolgenden Schaltern die Grenzformalitäten erledigen können.
Gemüse und Früchte sind strengstens verboten in Chile einzuführen, also haben wir die letzten Tage alles aufgegessen. Den kleinen Rest Honig und wenig Baumnüsse sind von der ansonsten netten Grenzbeamtin beschlagnahmt worden. Nach gut einer Stunde ist alles abgewickelt und wir fahren weiter bergaufwärts bis auf eine Höhe von 4'825 m über die spektakulären Altiplano-Ebenen, vorbei an Salzseen, vereisten Lagunen mit Salzkrusten und Flamingos. Jeder einzelne der über 500 km können wir, nebst einzelnen LKW's alleine auf der Strasse, voll geniessen. Auf der Talfahrt sehen wir bereits auf der Höhe von etwa 4'300 m in die Talebene, wo San Pedro de Atacama, auf einer Höhe von gut 2'400 m, liegt. Die Strasse führt innert Kürze und entsprechend steil talwärts, was von uns ab und zu als nahezu waghalsig eingestuft wird. Wir kommen gut und müde in San Pedro an!
San Pedro de Atacama, die 2'000-Seelen-Oase mitten in der chilenischen Wüste, ist ein schmucker, übersichtlicher und voll touristischer Ort. Kaum dort angekommen, werden wir in den Bann der freundlichen, einladenden Atmosphäre gezogen und wir geniessen es, hier zu sein!
Heute buchen wir eine Tour zum Valle de la Luna mit anschliessendem Besuch des Valle del Martes, wo wir einen eindrücklichen Sonnenuntergang erleben.
Eine der grössten Kupferminen der Welt ist Chuquicamata, gelegen auf einer Höhe von 2'850 m.ü.d.M. Diese Mine ist mehr als 40 Jahre im Abbau, ist etwa 4,3 km lang, 3 km breit und gut 1 km tief, also unvorstellbar gross! Tagesabbau ist auf einer Seite des „Berges“ abgetragen und wird auf dessen Rückseite fortgesetzt. Ebenso wird im Untertagbau weitergearbeitet, wo in unglaublich langen Tunnels mittels den über 200 riesigen, im Einsatz stehenden Muldenkipper, im 5-Minuten-Takt mit einer Geschwindigkeit von 8 km/h die Steinmassen zu den weiterverarbeitenden Maschinen hinauf transportiert werden. Die Mine wird vom staatlichen Bergbauunternehmen Codelco betrieben. Codelco bietet zwei Mal pro Woche offizielle, kostenlose Führungen an, bei denen die gigantischen Anlagen besichtigt werden können.
Was uns nebst der besichtigten Mine beeindruckt, ist die 1912 gegründete Bergarbeiterstadt Chuquicamata, in welcher etwa 25'000 Menschen lebten, die weder für Miete, Krankheitskosten (eigenes medizinisches Zentrum für die Kupfermine), Strom, Ausbildungen, Sport, Theater usw. aufkommen mussten und in den Jahren zwischen 2004 bis 2009 in die nahegelegene Stadt Calama umgesiedelt wurden, weil unter der Stadt ebenfalls Kupfer entdeckt wurde. Diese eindrückliche Stadt ist heute eine unfassbare Geisterstadt.
In den frühen Morgenstunden verlassen wir San Pedro de Atacama und fahren via Calama in Richtung Antofagasta. Stundenlang fahren wir geradeaus durch die Wüste, begegnen ab und zu einem LKW und hören mehrere „focus“-Sendungen als Abwechslung. Antofagasta ist eine reine Industrie- und Hafenstadt, welche wir aussen vor lassen und etwas ausserhalb übernachten.
Auch der nächste Tag ist wüstengeprägt und entsprechend langweilig zu fahren. Wir ziehen dann die Küstenstrasse vor, obwohl hier die Feuchtigkeit vom Meer in Nebelform in den Hügeln hängen bleibt. Es ist trotzdem schön, als Abwechslung die hoch schlagenden Wellen und die kleinen Fischersiedlungen zu sehen.
Die nächsten zwei Etappen führen durch Wüstenlandschaften, einmal ganz flach, dann wieder hügelig mit Sanddünen. Ab und zu ein paar Fischerhütten, sonst ist alles unbewohnt. Wir staunen, dass hier die Strassen asphaltiert sind und relativ viele LKW's verkehren.
Kurz nach Caldera, in Bahia Inglesa, einem kleinen Fischerdorf direkt am Meer, kommen wir bereits am frühen Nachmittag an. Wir geniessen einen Strandspaziergang vom Camping ins nahegelegene Dorf. In einem kleinen „Beizli“ lassen wir uns das Sonntagsmenu schmecken. Drei kleine Empanadas mit Käse zur Vorspeise und Tagesfisch mit frischen Kartoffeln und Salat zum Hauptgang. Je ein Glas Weisswein ist inkludiert. Die Gastfreundschaft ist enorm und das Essen ist sehr lecker.
In Huasco halten wir für eine weitere Nacht, bevor wir nun ins Elqui-Tal fahren.
Ausnahmsweise fahren wir wieder ein Stück Autobahn bis La Serena, wo wir am Rio Elqui entlang ins Elqui-Tal fahren. Plötzlich geht die Strasse vom Meer weg und es wird hügeliger. Kaum sind wir anfangs Elqui-Tal, wird es immer grüner und die ersten Weingebiete werden sichtbar. In Vicuña bleiben wir sicher zwei Nächte. Unser Plan ist, ins Mamalluca-Observatorium zur Sternbeobachtung zu gehen. Doch leider ist es jeweils am Abend dicht bewölkt!!
Wir fahren weiter in das Tal hinein bis Pisco Elqui, wo der Pisco her kommt. In der einzigen, direkt im Ort ansässigen „Destileria Pisco Mistral“, gleich an der schattigen Plaza mit dem spitzen Kirchturm, kehren wir ein. Da wir noch fahren müssen, verzichten wir auf eine Degustation und ziehen es vor, einen kleinen klassischen Pisco im Restaurant zu kosten.
Obwohl nicht viele Touristen im Ort sind, kommt es uns sehr touristisch vor. Wir entscheiden, wieder zurück nach Vicuña zu fahren und nochmals dort zu übernachten.
Gleich nach dem Frühstück begeben wir uns zum „Servicio de Registro Civil“, wo wir frühestens sechs Wochen nach Erwerb unseres „neuen Campers“ das „Certificado de Inscripción“ oder kurz die Fahrzeugpapiere abholen können. Dies kostet uns keine zwei Schweizer-Franken ;-)
Noch die letzten Lebensmittel und ein paar Dosen Gas einkaufen und schon machen wir uns auf den Weg zurück nach La Serena. Die Küstenstrasse (Ruta 5) mit dem vielen LKW-Verkehr meiden wir und wählen eine ruhigere Strecke, welche nach Monte Patria führt. Hier logieren wir auf dem gemeindeeigenen Campingplatz und sind erstaunt, dass wir nichts bezahlen müssen und trotzdem alle Anlagen benutzen dürfen. Der Anlagewart ist mit seinem Enkel auf dem Platz und plaudert ganz gerne noch ein bisschen, während der junge Señor von der Recepción mit Prospekten und zig Empfehlungen für die Umgebung zu uns stösst. Total liebenswürdig und sympathisch!
Während André ein WM-Fussballspiel verfolgt, spaziere ich ins Dorf. Ein farbiges, mit vielen Kindern sehr pulsierendes Schulhaus mit angrenzendem Kulturzentrum, wird rege benutzt. Eine Strasse weiter beobachte ich eine Schar Männer und Frauen, welche einen Kleinbus verlassen. Alle gehen weiter zum Gemeindehaus, die Treppe hoch, und stellen sich in eine lange Kolonne. Das interessiert mich... ah, diese Leute sich Landarbeiter, welche sich ihren Tageslohn hier abholen!
Was mir auffällt, sind die unzähligen kleinen Geschäfte, wo man alles Notwendige für den Lebensunterhalt erhält. Hingegen Restaurants hat es sehr wenige, wenn ich nun mal mit Pisco Elqui vergleiche, was eine Touristenhochburg ist. Gemäss erhaltenem Prospekt wird auch hier Pisco und Wein produziert und ich bin überzeugt, dass es hier ebenso schöne kleine Täler gibt wie im Elqui-Tal. Für uns leider eine etwas späte Einsicht, da wir andere Pläne haben.
Auf kurvenreicher Asphaltstrasse geht es gegen Süden. Dabei überqueren wir zwei Passhöhen mit eindrucksvollen Ausblicken auf die Kaktuswüste und die Anden dahinter. Am frühen Nachmittag erreichen wir das Reserva Nacional Las Chinchillas. Hier haben die gleichnamigen Nagetiere ihr letztes Rückzugsgebiet gefunden. Bevor das erste WM-Spiel für die Schweiz angepfiffen wird, sehen wir uns auf einem kurzen Rundweg im liebevoll betreuten Reservat um, sehen kleine Füchse und eine Menge schöne Pflanzen. Auf dem kleinen Parkplatz können wir diese Nacht frei stehen. Die Ruhe und der Sternenhimmel hier sind einfach himmlisch!
Relativ früh fahren wir los und entscheiden uns für die Route über unzählige Hügelzüge, durch kleine Dörfer und Siedlungen, entlang von Orangen-Plantagen und Weinreben.
Plötzlich stehen wir vor einem schmalen Tunnel! Ich steige aus und schaue mal, ob wir überhaupt in den Tunnel passen. Die Höhe passt und die Breite ist haarscharf genug für uns...
Der erste Tunnel hinter uns, halten wir mal an, um auf der Karte zu schauen, ob wir uns vielleicht verfahren haben... Nein, alles paletti, jedoch sind wir auf der historischen, ehemaligen Eisenbahnroute, welche als Strasse ausgebaut wurde, ausgenommen der Tunnels und der Viadukte. Für mich heisst das: Atem anhalten, Augen möglichst geschlossen (ist im Tunnel eh dunkel wie in einer Kuh) und auf André's Fahrkünste vertrauen! Die beiden ersten Tunnels sind ja noch einigermassen ok, da sie schnurgerade sind und das Licht am Ende sichtbar ist, jedoch beim Dritten wird es schwieriger, da eine Kurve drin ist! Selbst André hat nun ein mulmiges Gefühl, da dies pures Lotto ist – aber alles gut gegangen – zum Glück kein Gegenverkehr!!
Auch die Viadukte sind nicht zu unterschätzen. Wir fahren eine normal breite Strasse und plötzlich ist ein schmales, einspuriges Viadukt vor uns, was mehrmalig als abruptes Bremsmanöver endet, bevor wir durchfahren können.
Immer wieder über Hügelzüge, immer wieder grüne, fruchtbare Flächen und ab und zu ein schmuckes Dorf, wo aber kaum jemand zu sehen ist, weil es Sonntag ist. An den Sonntagen wird nach der Messe in grossen, familiären Kreisen zusammengesessen, es wird gegrillt und man ist einfach fröhlich...
Nach gut sechs Fahrstunden kommen wir ausserhalb von Santiago auf einem Camping an, welchen wir bereits am Start unserer Reise mit dem „neuen Camper“ besucht haben. Wir wissen, dass wir hier waschen können und Platz genug ist, um putzen und aufzuräumen. Unser „Wohnzimmer“ hat es nötig!
Am Mittag verlassen wir den Camping und fahren wieder 40 km nördlicher, wo wir einen privaten Einstellplatz für unseren Camper vereinbart haben. Die deutsche Christiane hat uns grosszügig einen Platz bei ihrem Haus angeboten. Christiane ist allerdings noch in Deutschland, aber wenn sie fahrplanmässig ankommt, werden wir uns am Flughafen kurz begegnen.
Unser Plan ist, Chile am 18. Juni 2026 in Richtung Schweiz zu verlassen, also sind wir einen Tag später gegen Abend zuhause. Wir freuen uns :-)
Durch unsere lange Wartezeit in Paraguay, haben wir die Reise nach Patagonien auf nächstes Jahr verschoben. Wann unser Abenteuer weitergeht, wissen wir selber noch nicht genau. Wir melden uns wieder und freuen uns jetzt, euch alle wiederzusehen!
Kommentar hinzufügen
Kommentare
Herzlich willkommen in der Schweiz 🇨🇭🇨🇭🇨🇭
Schön dass ihr wieder gesund zurück seit und vielleicht sehen wir uns ja mal
Liebe Grüsse Vreni