21.3. - 26.4.2026 Caacupé - Santiago de Chile

Veröffentlicht am 26. April 2026 um 20:40

 

 

 

Nach zwei ganzen Tagen und Nächten Niederschlag, hat es endlich dauerhaft etwas abgekühlt. Es bleibt noch einige Tage bewölkt, was wir nutzen für kurze Spaziergänge im kleinen Dorf Ytumi. Trotz weniger hohen Temperaturen kleben den ganzen Tag die Kleider am Leib bei einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit.

Wir erfahren, dass hier die Schulen bei Regenfall geschlossen bleiben. Ebenso sind viele Geschäfte und Restaurants ebenfalls zu und mit Lieferungen muss man nicht rechnen. Dies hat einen einfachen Grund: nur die Hauptstrassen sind asphaltiert und alle Zufahrtsstrassen sind bei Regen kaum oder nicht befahrbar! 

 

Die Abklärungen betreffend Containertransport dauern länger als erhofft. Wir warten...

 

Zur Abwechslung fahren wir wieder mal mit dem Ortsbus nach Caacupé, wo André einen Friseur aufsucht, wir etwas durch die Stadt streifen und mit „Bolt“, einem Unternehmen wie Uber, wieder zurückfahren.

 

Am Wochenende planen wir einen Ausflug nach Areguá, einer der ältesten Städte Paraguays. Die Stadt ist bekannt für ihre vielen Handwerksbetriebe im Töpferbereich, die ihre Ware in einer langen Einkaufsstrasse verkaufen.

Der ehemalige Bahnhof von Areguá  ist heute eine Hotelanlage mit Museum und einem grossen Restaurant. Auf Empfehlung gehen wir heute ausnahmsweise zum Mittagessen.

 

In der Zwischenzeit haben wir ein weiteres Unternehmen für Containertransporte ausfindig gemacht. Gleich am Montag wollen wir dort vorbeigehen, um auch nach einem Angebot zu fragen.

Das Büro der Transportfirma befindet sich in einem Container. Die Verantwortlichen sprechen alle deutsch, was uns die ganze Sache einfacher macht. Wir erklären unsere Situation und unser Vorhaben, den Van „Door to door“ im Container zurückzutransportieren. Da unser Van bis nur knapp 1 cm in den Container passt („High Cube Container“ gibt es keine hier) und die Herren einstimmig der Meinung sind, dass die Paraguayer diesen Verlad nicht schaffen werden, raten sie zum „RoRo“ - Transport. Die allerdings grösste Herausforderung wird sein, das TIP (Temporäre Import-Bewilligung) beim Zollamt auf dem Originalpapier zu verlängern. Dank Freunden zwischen Zoll und Transportfirma kann dieser Schritt „unter der Hand“ erledigt werden ;-)

In Paraguay ist der „Grün-Donnerstag“ der höchste Osterfeiertag und viele Firmen schliessen demnach Mittwochabend bis Montag. Ein Angebot erwarten wir spätestens am Dienstag nach Ostern. Immerhin haben wir die Gewissheit, dass wir sofort nach Erhalt der Offerte nach Chile fliegen können. Wir warten...

 

Mit einem Jass-Nachmittag bei den Schweizern, mit weiteren Ausflügen nach Caacupé, mit Spaziergängen, einer wohltuenden Massage usw. verbringen wir unsere Tage hier in Paraguay.

 

Heute herrscht hellste Aufregung auf dem Campingplatz! Um etwa vier Uhr nachmittags gibt es einen Knall - wie ein Schuss - dann riecht es verbrannt... Der kleine Kapuzineraffe Loki ist wie jeden Tag in den hohen Bäumen unterwegs und springt vergnüglich von Ast zu Ast. Er liebt es auch, über die Stromkabel zu balancieren, was ihm aber heute zum Verhängnis wird! Er nähert sich unbemerkt der Starkstromleitung und fliegt nach dem Kurzschluss brennend im hohen Bogen auf den Boden. Ein Campingbewohner kommt eben jetzt aus seinem Zelt, beobachtet die Szene und bringt ihn sofort zu Chris. Ob der kleine Affe überlebt, zeigt sich in den nächsten Stunden...

 

Wie durch ein Wunder hat Loki überlebt und trägt seither den Namen „Lucky“. Wir vermuten, dass er die Leitung nicht berührt (32'000 V), sondern bereits vorher den Kurzschluss verursacht hat, was ihm sein Leben gerettet hat. Er hat schlimme Verbrennungen, ist mehr als müde und sitzt stundenlang apathisch am selben Platz...

Bereits nach 4 Tagen klettert er aber wieder langsam Hindernisse hoch und balanciert erneut auf den Stromleitungen. Ein Affe halt...

 

Die Ostertage verbringen wir auf dem Campingareal, wo sich einige andere Reisende einfinden. Am Abend sitzen wir jeweils gemütlich am grossen Tisch und tauschen Tipps und Erfahrungen aus.

An Ostern offeriert die Gastfamilie grillierte Thüringer Bratwürste und deutschen Kartoffelsalat für die ganze Gesellschaft. Sehr lecker...

 

Inzwischen ist bereits wieder Mittwoch nach Ostern. Ein Angebot für den Rücktransport steht immer noch aus. Jetzt wollen wir jedoch nicht mehr länger zuwarten. Nachdem wir ja die Gewissheit haben, dass die Abwicklung ohne uns stattfinden kann, buchen wir endlich einen Flug nach Santiago de Chile, wo wir mit einem Mietwagen noch einige Wochen den Norden von Chile/Argentinien bereisen wollen.

 

In den verbleibenden zwei Tagen räumen wir im Camper die wenig verbleibenden Lebensmittel, packen die Koffer für die Weiterreise und erledigen letzte Arbeiten am Fahrzeug für die lange Heimreise. Die letzten zwei Abende sind wir Gäste des Hauses und auch die anderen Campinggäste gesellen sich an den grossen Tisch. Wir geniessen ein letztes Mal die nette Gesellschaft.

 

Nachdem das Angebot für den Rücktransport vom Camper noch nicht eingetroffen ist, verspricht Chris, dass er die Abwicklung vor Ort übernehmen und für uns erledigen will.

 

Astrid fährt uns am Freitag in der Frühe zum Flughafen nach Asunción. Der Abschied fällt nach so langer Zeit nicht so leicht...

 

Endlich in Chile!! Gleich am Flughafen von Santiago de Chile nehmen wir einen kleinen KIA als Mietwagen entgegen, laden unser Gepäck ein und fahren los. Ziel ist heute, etwas südlich von Santiago, Richtung Santa Cruz zu fahren. Diese Gegend wurde uns von anderen Reisenden empfohlen.

Die Anden sehen wir am Horizont, aber hier ist alles flach und die Strassen sind gesäumt von Plantagen. Hier werden vorwiegend Kirschen, Pflaumen und Avocados angebaut. Die Plantagen wechseln sich mit grossen Maisfeldern ab. Am meisten zu sehen sind jedoch die Weinanbaugebiete. Unzählige Weingüter sind auf der Durchfahrt auszumachen. Ein total anderes Bild als in Paraguay.

 

In Santa Cruz mieten wir ein Fahrrad und durchstreifen auf einer gut 40 km langen Strecke ein Weinanbau-Gebiet mit wunderschönen Weingütern, wo wir natürlich den einen oder anderen Wein auch degustieren... Nachdem wir kaum mehr sitzen können (der Velosattel könnte bequemer sein ;-), lassen wir uns in einem Steakhouse ein Rinderfilet vom Holzkohlengrill schmecken!

 

Wir fahren keine Mautstrasse und keine Autobahn, also durchfahren wir die kleinen Dörfer und sehen uns satt an den unzähligen Obstplantagen. Unser heutiges Ziel ist der Nationalpark „Radal Siete Tazas“. Über Booking.com suchen wir eine Unterkunft nahe am NP. Wir treffen es sehr gut und sind ganz alleine in einem grossen Resort, gut 2 km vom NP entfernt. Wir kochen uns einen Teller Spaghetti, legen uns früh hin und freuen uns, morgen wieder einmal eine Wanderung zu unternehmen. Guet Nacht...

 

Der Nationalpark liegt am Rio Claro und der Wanderweg startet auf etwa 1'000 m über Meer. Der erste Teil hinunter in die Schlucht ist wunderschön und die „ 7 Tassen“, wie die Wasserfälle genannt werden, sind entzückend.

Der zweite Teil sollte uns zu den weiteren „5 Tassen“ führen. Der campingeigene Zugang zu den Wasserfällen ist aber leider nur in den Sommermonaten geöffnet. Wir stehen vor dem geschlossen Tor...

Also wählen wir eine andere Richtung und geniessen eine etwa dreistündige Wanderung dem Rio Claro entlang. Müde und glücklich fahren wir im Anschluss zu unserer Unterkunft zurück.

 

Heute fahren wir bereits wieder nordwärts, alles entlang endloser Plantagen, aber auch kargen Hügellandschaften. Riesige Weiten nur Steppe und ab und zu eine Rinderherde oder eine Schafherde am Weiden. Wir freuen uns richtig, wieder unterwegs zu sein und die Naturschönheiten von Chile zu entdecken. Für die heutige Übernachtung wählen wir eine antike Hacienda, die ziemlich abgelegen zum nächsten Dorf liegt und geniessen den angenehmen Sonnenuntergang.

 

Auf der Strecke nach Valparaiso fahren wir auf einsamen Strassen, entlang von Weinreben, grossen Olivenhainen und vorbei an riesigen Flächen von Weideland. Die Zufahrt nach Valparaiso ist nicht berauschend, den ersten Blick auf die tiefer gelegene Stadt hingegen beeindruckend. Die Stadt liegt direkt am Meer und rundum sind die Häuser in die Hügel verbaut.

In einem kleinen Hostel, wo viel Kunst zu sehen ist, buchen wir zwei Übernachtungen.

Der Morgen verspricht gutes Wetter. Wir schlendern durch die Gassen und lassen uns bei einer Free Walking Tour die einzelnen Plätze und Sehenswertes erklären. Unter anderem können wir ein „Teatro Lambe Lambe“ beobachten - ein in Südamerika entstandenes Miniatur-Figurentheater, bei dem kurze Geschichten in kleinen Kästen für nur einen Zuschauer gleichzeitig aufgeführt werden.

Zudem scheint diese Stadt wirklich der Kunst „verfallen“ zu sein. Häuserfassaden, Treppen, Plätze usw. könnten farbiger nicht sein! Wunderschöne Kunstwerke in aller Öffentlichkeit und jede Menge Galerien, wo Bilder und alle Arten von Kunsthandwerken zu bewundern sind. Wir geniessen...

 

Nach zwei Tagen verlassen wir Valparaíso wieder und fahren zurück in die Hauptstadt, wo wir ein Hotelzimmer beziehen und anderntags unseren Mietwagen wieder abgeben.

 

Kurz vor dem Flug nach Chile haben wir in einem WhatsApp-Chat ein Angebot für den Kauf eines Campers gelesen. Ein anderes Schweizer Paar beendet die Reise und verkauft den Camper. Wir machen kurz die Rechnung, dass wir mit dem Erwerb eines Fahrzeuges besser wegkommen, als mit der Miete eines ähnlichen Gefährts. Das Abenteuer geht weiter! Wir wagen diesen Schritt, treffen uns in diesen Tagen mit den Verkäufern und leiten alles Nötige in die Wege für die Übernahme.

So einige Dokumente sind notwendig, welche alle notariell beglaubigt werden müssen. Glücklicherweise sind die Notarkosten nicht vergleichbar mit den Kosten in der Schweiz!!

Es vergeht knapp eine Woche in Santiago de Chile, wo wir alle erforderlichen Schritte einleiten und abhandeln. Malte, ein deutscher Auswanderer ist uns dabei behilflich und steht auch während unserer Weiterreise als Ansprechpartner zur Verfügung. Mit den jungen Schweizern verstehen wir uns gut und alles läuft reibungslos ab.

Den letzten gemeinsamen Abend verbringen wir zusammen und am nächsten Morgen findet die Schlüsselübergabe vor unserem Hotel statt.

Einige Sachen für den Camper haben wir noch einzukaufen und mit Lebensmitteln müssen wir uns auch noch eindecken. Etwas ausserhalb von der Hauptstadt wollen wir unsere ersten Übernachtungen im neuen Fahrzeug ausprobieren, alles nach unserem Gusto einräumen/einrichten und dann unser Abenteuer fortsetzen.

Bei prächtigem Wetter breiten wir unsere Ware aus und räumen wieder ein. Erschöpft legen wir uns hin und schlafen erstaunlich gut für die erste Nacht im neuen Camper.

 


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Kommentare

Stadelmann Thomas
Vor 2 Stunden

hallo ihr lieben
super! endlich geht’s weiter! 😉
wir wünschne euch viel glück, weiterhin alles gute, und eine gute weiterreise.
liebe grüsse, und hoffentlich hören wir bald wieder voneinander
thomas & regina

Ruth
Vor einer Stunde

ich freue mich mit euch, dass es nach der langen warterei endlich weitergeht. mit dem neu erworbenen camper sollte den geplanten reiserouten nichts mehr im wege stehen. ich wünsche viel glück, gute fahrt und freue mich, bald wieder von euch zu hören! liebe grüsse von ruth💁‍♀️

Fredy Wicki
Vor 13 Minuten

Super geht die Abenteuerliche Reise weiter. Viel Glück und geniesst es. 😉